Lutz Schmidt aus Hörstel hat einen ungewöhnlichen Traum – zumindest für einen Urwestfalen. Der 18-Jährige will unbedingt Kapitän werden. „Das liegt in der Familie, alle meine Vorfahren sind zur See gefahren. Und ich, ich fühle mich auch nur auf dem Wasser wohl“, sagt der Abiturient voller Überzeugung. Da gab es bis vor kurzem nur ein kleines, aber entscheidendes Problem. Denn ein Kapitän zur See braucht zwei Dinge: Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und gute Augen.
Genau die jedoch hatte Lutz Schmidt leider nicht. Seit seinem elften Lebensjahr trug der passionierte Segler und Surfer wegen seiner beidseitigen Kurzsichtigkeit von drei Dioptrien Kontaktlinsen. Weil er nach dem Abitur seinen Traum erfüllen und in Bremen Nautik studieren will, er das Studium aber nur mit einer Sehschärfe von mindestens 70% ohne Brille oder Kontaktlinsen aufnehmen darf, suchte und fand er in Münster Hilfe. Nach einer eingehenden Voruntersuchung empfahl ihm Dr. Suphi Taneri, Augenarzt im „Zentrum für Refraktive Chirurgie Münster“ am Hohenzollernring und Mitglied des erfahrenen Ärzteteams am münsterischen St. Franziskus-Hospital, eine Operation nach der „LASIK“-Methode.
„Die Erfolgsaussichten der LASIK sind sehr hoch“, erläuterte Dr. Suphi Taneri dem Kapitän in spe. Sie eigne sich für Kurz- und Weitsichtige im Bereich von maximal +5 bis –10 Dioptrien sowie für Patienten mit einer Hornhautverkrümmung. „Die Wirkung ist so, als ob das Brillenglas in die Hornhaut eingeschliffen wird“, bringt er das Verfahren auf den Punkt. Dabei seien Risiko und Nebenwirkungen eines solchen ambulanten Eingriffs gering. Trotzdem möchte der erfahrene Mediziner keine falschen Hoffnungen wecken: „Am wichtigsten bei dieser Behandlung sind das intensive Vorgespräch mit dem Patienten und die vorbereitenden Untersuchungen. Denn jedes Auge ist einzigartig und so muss zunächst gründlich abgeklärt werden, ob diese Operation überhaupt in Frage kommt.“
Für den bereits ausgewachsenen Lutz Schmidt mit seinem in den vergangenen Jahren stabil gebliebenem Sehfehler kam sie in Frage. Dennoch war dem Abiturienten unter dem Laser ein wenig mulmig zumute. Zum Glück begleitete ihn seine Lebensgefährtin Yvonne Rose, die ihm mit ihrer Zuversicht Mut machte. Mutter Roswitha Schmidt wartete indessen lieber vor dem Behandlungszimmer. Für sie war die Aufregung einfach zu viel. Dabei war alles halb so schlimm: „Bei keiner anderen Operation würden Lebenspartner oder Familienmitglieder freiwillig zusehen, bei der LASIK schon“, weiß Dr. Suphi Taneri. Denn der minutenschnelle Eingriff verläuft unblutig unter der Kontrolle aufwendiger Apparate.
Das Gesicht wird abgedeckt, das zu operierende Auge wird per Klebefolie und Lidhalter offen gehalten. Eine Ultraschallsonde misst die Hornhautdicke. Anschließend wird mit einem hochpräzisen Roboter-Skalpell eine dünne Schicht der Hornhaut präpariert und wie ein Buchdeckel aufgeklappt. Der Laser verdampft dann die jetzt freiliegende Schicht der Hornhaut auf den tausendstel Millimeter genau und korrigiert die Fehlsichtigkeit. Zu guter Letzt klappt der Arzt den Deckel zurück. Fertig. Und alles hat nicht einmal eine Minute gedauert. Nach einer kurzen „Erholungspause“ ist das zweite Auge an der Reihe und schon ist es für Lutz Schmidt überstanden. „Es ist wirklich absolut schmerzfrei, ich würde es wieder tun“, freute sich der sichtlich erleichterte Patient und machte schon direkt nach dem Eingriff wieder Scherze über die Operation. „Es sah gefährlicher aus als es war und ich freue mich für Lutz, dass jetzt alles in Ordnung ist“, befand Freundin Yvonne, die es keineswegs bereute, zugesehen zu haben.
Nach einer halben Stunde, die sich Lutz Schmidt mit einer Tasse Kaffee und einem Schokoriegel vertreibt, macht Dr. Suphi Taneri den ersten Sehtest. Das Ergebnis: Der 18-Jährige ist jetzt völlig normalsichtig, ganz so, als habe er niemals Sehhilfen gebraucht. Dennoch wird Lutz Schmidt den Tag seiner Augen-Operation nie vergessen. Zum einen, weil er den Eingriff auf DVD hat aufnehmen lassen und zum anderen, weil der Verwirklichung seines Lebenstraums nun nichts mehr im Wege steht.